Heilig-Kreuz-Lütter

Kunold Schmitt nach über 50 Jahren als Organist in Lütter verabschiedet – Auszeichnung durch den Bischof mit Sturmius-Medaille

Am Sonntag, dem 07. Mai 2017 wurde Kunold Schmitt nach über 50 Jahren als Organist der Kirchengemeinde „Heilig Kreuz“ in Lütter verabschiedet.  

Kaplan Sebastian Latsch und Diakon Rupert Scheule feierten mit der Gemeinde einen sehr schönen Gottesdienst, der im Zeichen des „Weltgebetstags für die geistlichen Berufe“. Organist Kunold Schmitt sorgte mit seinem Spiel wie in jedem Gottesdienst und - gefühlt - für die meisten Lüttner „schon immer“ für die Kirchenmusik. Wie so oft war dem Gottesdienst eine kurze Absprache der Lieder direkt vor dem Beginn in der Sakristei vorangegangen. Dabei bat Kunold Schmitt fast beiläufig die Kantorin noch um ihren Einsatz beim Zwischengesang der Lesungen. Am Ende des feierlichen Sonntagshochamts würde Kunold Schmitt nach über 50 Jahren zum letzten Mal seinen Dienst als Organist in der Heilig Kreuz Kirche versehen haben.

 

Da Kunold Schmitt sein „Karriereende“ selbst angekündigt hatte, war der Verlauf des Gottesdienstes keine Überraschung. Für die Gemeinde lief also alles ganz normal – vermeintlich selbst der Schluss.

Nach Kommunion und Schlussgebet traten Kaplan Latsch und Diakon Scheule noch einmal an den Ambo, mit ihnen auch Vertreter des Verwaltungsrats und des Pfarrgemeinderats. Gemeinsam baten sie jetzt Kunold Schmitt von seiner Orgel hinunter in den Altarraum zu ihnen zu kommen.

 

Kaplan Latsch begann die Verabschiedung und übergab nach wenigen Worten an die Sprecherin des Pfarrgemeinderates Manuela Eismann. Sie zeichnete ein Bild von einem Organisten nach, der für den Dienst an der Kirchenmusik auf der Empore der Heilig Kreuz Kirche in Lütter rund um die Uhr zur Verfügung stand. Kunold Schmitt hat neben seinem Beruf und einer eigenen Landwirtschaft an über 2.600 Wochenenden und vielen Messen während dieser Wochen unermüdlich und zuverlässig die Orgel gespielt. Das sah lange Zeit so aus, dass er am Sonntag um 5 Uhr morgens den Stalldienst versah, dann um 8 Uhr die Orgel in der Frühmesse spielte, danach kurz frühstückte, um anschließend um 9.30 Uhr für die Musik im Hochamt zu sorgen. Da fiel kaum noch auf, dass um 13.30 Uhr dann noch die Mittagskirche stattfand, in der selbstverständlich auch wieder der Organist gefragt war. Über die zusätzlich riesige Zahl an Taufen, Beerdigungen und vielen weiteren Anlässen konnte kaum noch berichtet werden. Ronald Faulstich bedankte sich für den Verwaltungsrat außerdem besonders dafür, dass Kunold Schmitt auch für den guten technischen Zustand „seiner“ Orgel gesorgt habe. Dadurch sind der Kirchengemeinde kostspielige Neuanschaffungen erspart geblieben.

Im Laufe seines Wirkens hatte Kunold Schmitt die Einführung zwei neuer Gesangbücher in der Gemeinde begleitet und bis zum heutigen Tage seine Aufgeschlossenheit auch für neue, moderne Lieder bewahrt.

Gemeinsam sagten beide „Danke“ für diesen gewaltigen Einsatz und wünschten Gottes reichen Segen.

 

Im Anschluss an die beeindruckende Wiedergabe seines unermüdlichen Einsatzes an der Orgel ergriff dann noch einmal der Kaplan des Wort.

Kaplan Latsch beschrieb den Dienst der Organisten irgendwie als ähnlich dem der „geistlichen Berufe“. Zwar dürften Organisten heiraten, doch auch hier sei die Nachfolge eine Herausforderung. Sodann überbrachte er dem scheidenden Organisten die Grüße des Bischofs.

Bischof Heinz Josef hatte Kunold Schmitt für seinen mehr als 5 Jahrzehnte geleisteten liturgischen Dienst die höchste Auszeichnung im Bistum verliehen. Er bedankte sich bei ihm mit der Verleihung der Sturmius-Medaille.

 

Mit wiederholtem und minutenlang donnernden Applaus stimmten alle Gottesdienstteilnehmer in Dank und Ehrung mit ein. 

 

Text: Stefan Hesterberg