Heilig-Kreuz-Lütter

„Macht hell die kurze Nacht“ – Johannisfeuer-Gottesdienst in Lütter

Am vergangenen Freitagabend lud der Arbeitskreis Liturgie der Pfarrgemeinde Hl. Kreuz Lütter erstmals zum Johannisfeuer-Gottesdienst ein. Viele Gläubige waren der Einladung an das Lüttner Bergkreuz gefolgt und verbrachten so einen wohl eher untypischen Freitagabend. Unter dem Motto „Macht hell die kurze Nacht – Innehalten in der Mitte des Jahres“ wurde das Johannisfeuer entzündet, welches zu Beginn des Wortgottesdienstes von Diakon Prof. Dr. Rupert Scheule gesegnet wurde. In seiner Predigt ging Prof. Dr. Scheule auf die „Altlasten“ ein, die wir als Menschen alle in gewisser Weise in uns tragen. Es sei jetzt, genau in der Mitte des Jahres, an der Zeit, diese endlich loszuwerden, sie gleichsam ins Feuer zu werfen. „Doch nicht, dass wir uns hier falsch verstehen: Nur weil wir das, was uns bedrückt in die Flammen werfen, ist es noch lange nicht verschwunden.“ Vielmehr verwandle es sich nur, sodass aus all dem Dunklen etwas Helles und Leuchtendes werden könne. Um seine Worte zu veranschaulichen, wurde unter den Gläubigen ein Korb voller Alltagsgegenstände herumgereicht. Hierin befanden sich z. B. ein unbeschriebenes Blatt Papier, verdorrte Zweige, Stöcke und vieles mehr. „Das Papier erinnert mich an die Leere, die mich immer wieder überfällt, die Stöcke an die Hindernisse, die mir von anderen in den Weg geworfen werden“, so Scheule. Nachdem sich alle Gottesdienstbesucher einen Gegenstand herausgesucht hatten, den sie persönlich mit dem vergangenen halben Jahr in Verbindung bringen konnten, lud Scheule sie ein, diese ins Feuer zu legen. So wurde das Feuer noch größer, die Flammen noch heller. All das Dunkle, was uns Menschen bedrückt, wurde schließlich sprichwörtlich in helles Licht verwandelt. Die ruhigen Taizé-Gesänge mit Gitarren-Begleitung rundeten den äußerst stimmungsvollen Gottesdienst ab. Im Anschluss waren die Gläubigen noch zum gemütlichen Verweilen am Johannisfeuer eingeladen.  


Text und Fotos: M. Fischer