Heilig-Kreuz-Lütter

Wenn die Kirchenglocken schweigen ...

 

In Lütter und Memlos leben Kinder und Jugendliche die Tradition des Klapperns.

Spätestens wenn am Karfreitag Morgen zwischen 5 und 6 Uhr immer wieder ein lautes rhytmisches Geräusch die Stille durchbricht, erinnert sich jeder Lüttner und Memloser an die Tradition des Klapperns.

Beim letzten Abendmahl hat Jesus die Eucharistie eingesetzt. Daran erinnert uns Christen der Abendmahlsgottesdienst an Gründonnerstag. Bekanntlich begannen an dieses letzte Abendmahl anschließend die Stunden von Angst und Verzweiflung auf dem Ölberg, die Gefangennahme Jesu mit der Verurteilung zum schändlichsten aller damals denkbaren Tode. Es folgte der Abgrund mit dem Tod am Kreuz für Jesus, den Sohn Gottes. Für die Menschen, die an die Rettung durch diesen Jesus geglaubt hatten und ihm gefolgt waren, wurden alle Hoffnungen mit dem Kreuz zerschlagen. Abgrund, Katastrophe, Ende.
Doch mit dem Ostermorgen folgt auf diesen Abgrund die Auferstehung – Der Tod ist nicht das Ende sondern der Anfang. Jesus Christus lebt.

In dieser Zeit zwischen letztem Abendmahl an Gründonnerstag und der Auferstehung an Ostern schweigen bei uns katholischen Christen die Kirchenglocken. Bei uns in Lütter und Memlos werden wir Gläubigen an diesen Tagen durch das „Klappern“ zu allen Gottesdiensten und zum Angelus-Gebet gerufen.

29 Kindern und Jugendlichen haben sich dafür wochenlang jeden Samstag getroffen und für das „Klappern“ geübt. Der Tradition folgend gibt es für die verschiedenen Anlässe und Tageszeiten unterschiedliche „Klappersprüche“. Die wollen geübt sein; auch das Verwenden der unterschiedlichen Instrumente ist eine ganz eigene Kunst. Es gilt für die Jüngeren mit dem „Klapperspatz“ genauso umzugehen wie für Ältere mit dem „Drehkasten“.
Dabei beginnt der Dienst selbst für die manchmal erst Fünfjährigen bereits am Karfreitag Morgen um 5 Uhr in noch tiefdunkler Nacht. Die Aufgabe geht den ganzen Karfreitag und Karsamstag weiter und endet erst mit dem Ruf zur Feier der Osternacht. Viele unserer Klapperkinder sind auch Ministranten. Deshalb gehen sie mehrmals von ihrer Klapperrunde direkt in den anschließenden Gottesdienst und verrichteten dort ihren Altardienst.

Unsere Lüttner und Memloser Klapperkinder führen ihre Aufgabe gewissenhaft und mit großer Begeisterung aus. Dadurch helfen Sie uns allen, die heiligen drei Tage besonders wahrzunehmen und mitzufeiern.
Sie leisten einen tollen Dienst für unsere Kirchengemeinde.

Text: Stefan Hesterberg

 

Gottesdienstvorschau

Hier finden Sie ab sofort die Wochenendgottesdienste der Pfarreien Eichenzell und Lütter

für die nächsten Monate.

 

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