Heilig-Kreuz-Lütter

Klappern 2014

 

Wenn die Kirchenglocken nach Rom fliegen


Es ist Karfreitag und ich fühle mich wieder in meine Kindheit zurückversetzt. Damals in den 70-er Jahren saß ich mit meiner Freundin Verena auf der Schaukel neben dem großen Kreuz in der „Hängereck“ und wir warteten darauf, dass die Klapperjungen kommen. An dem Kreuz beteten die Klapperjungen nämlich immer den „Engel des Herrn“. Wir fanden es ziemlich ungerecht, dass nur Jungen bzw. Messdiener Klapperjungen sein durften und wir nicht.
Heute - 40 Jahre später – dürfen natürlich auch Mädchen mitmachen.

Klappern – mehr als nur Krach

Das Klappern ist ein Rhöner Brauch. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil dürfen auch Mädchen am Altar dienen. Deshalb sind heute auch sie mit dabei, wenn vom Gründonnerstag bis zur Osternacht anstelle des Glockengeläuts die Gläubigen mit lautem Geklapper und hellem Gesang zu verschiedenen Tageszeiten zum Gottesdienst gerufen oder an den „Engel des Herrn“ erinnert werden. Die Klapper wird an einem Lederriemen getragen oder einfach unter den Arm geklemmt und an einem Griff gedreht. Wer keinen Drehkasten besitzt, benutzt ein kleines Brett mit Griff und Holzklöppel, der beim Auf- und Abschwingen auf das Brettchen schlägt (Klapperspatz). Im Sprechgesang werden zwischen den Klappereinsätzen verschiedene Verse gerufen (z. B.: „Es läutet der englische Gruß, ein jeder Christ beten muss - Ave Maria“). Die Klappern werden meist von privaten Schreinern gebaut und dann weiter an die Kinder oder Geschwister vererbt.
Am Karsamstag geht die Klappergesellschaft von Haus zu Haus und erbittet sich ihren Lohn. Das sind Eier, Geld und Süßigkeiten. An Ostern wird die Beute gerecht aufgeteilt, wofür die (Ober)hauptmänner die Verantwortung tragen.

Wir Lüttner sind stolz darauf, dass der Rhöner Brauch des „Klapperns“ bei uns immer noch gepflegt wird. Jeder ab dem ersten Schuljahr darf mitmachen und bleibt dann in der Regel bis zu acht Jahren dabei. In diesem Jahr gibt es in unserer Kirchengemeinde 39 Klapperjungen- und mädchen (22 in Lütter und 17 in Memlos). Den Lohn haben sich die Kinder und Jugendlichen wirklich verdient. Immerhin wird sich ca. 10 Wochen vor Ostern für jeweils eine Stunde zum Üben getroffen. Die Organisation liegt dabei nur bei denen, die das achte Mal dabei sind und läuft ganz ohne Erwachsene ab.

LIEBE KLAPPERJUNGEN UND MÄDCHEN:
DANKE FÜR EUREN EINSATZ !!!

P.S.: Nur schade, dass ich damals nicht mit dabei sein konnte …

 

Gottesdienstvorschau

Hier finden Sie ab sofort die Wochenendgottesdienste der Pfarreien Eichenzell und Lütter

für die nächsten Monate.

 

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